Erneute Bauverzögerung beim Hansa-Gymnasium | Demo vor der Ratssitzung

Schüler*innen und Eltern des Hansa-Gymnasiums protestierten am 10. September vor der letzten Ratssitzung dieser Wahlperiode, um auf die Missstände aufmerksam machen.

Seit gut 730 Tagen sollten die Hanseaten bereits wieder im frisch sanierten Hansa lernen. 2017 war klar, daraus wird nichts. 2019 dann die Ansage der Stadt: Fertigstellung des Hansa-Gymnasiums im Oktober 2020. Aus drei Jahren Interim sind so bereits fünf geworden. “Ein starkes Stück. Eine Schule wird zwischen den Stühlen sitzen gelassen” brachte es die damalige Pflegschaftsvorsitzende Beate Schultes es auf den Punkt. Aber auch in 900 Tagen wird das Hansa noch nicht umgezogen sein.

Sheherazade hörte nach 1001 Tag auf Geschichten zu erzählen. Die Stadt Köln wird ihre Erzählungen fortsetzen. Höhepunkte bisher der “Domino-Effekt der Baufelder”, “Konstruktiver Brandschutz” und “Vandalismus” In der aktuellen Pressemitteilung heißt es: “Oberste Priorität” sei es einen “verlässlichen Zeit-Maßnahmenplan” zu erstellen. Schulpflegschaftsvorsitzender Ulrich Müller wundert sich: “Ein Zeitplan war bereits 2019 angekündigt. Auf Nachfrage (September 2020) sagt die Stadt uns es ‘gäbe noch keinen Bauzeitplan’. wie kann das sein? ‘Tempo beim Schulbau’ haben wir uns anders vorgestellt.” Schülersprecherin Daria Herken stellt fest: “Wenn ich im Frühsommer 2021 das Abitur mache, liegen acht Jahre Schule hinter mir. Ich hätte mich später gerne an das Hansa erinnert und nicht an sechs Jahre Übergangszeit in einem düsteren, grauen Block”. Die Wahrscheinlichkeit, dass die komplette Oberstufe das neue Hansa-Gymnasium nicht mehr erleben wird ist groß. Die jetzige zehnte Klasse, könnte sogar der Jahrgang werden, der das Hansa-Gymnasium niemals von Innen sehen wird. Der Interimsstandort, das Abendgymnasium an der Gereonsmühlengasse platzt aus den Nähten. Dort arrangieren sich seit nunmehr fünf Jahren gleich zwei Schulen unter einem Dach. Es gibt in der Stadt weitere Schulen, die wie das Hansa-Gymnasium und das Abendgymnasium vom Sanierungs- und Baustau betroffen sind und es gibt tausende von Schülerinnen uns Schülern, die auf über 50 Schulen warten, die noch gebaut werden müssen, damit Köln seiner Pflicht als Schulträger nachkommt.

Schüler*innen und Eltern des Hansa-Gymnasiums protestierten daher am 10. September vor der letzten Ratssitzung dieser Wahlperiode, um auf die Missstände aufmerksam machen. Politikerinnen und Politiker der Oppositionsparteien von SPD, FDP und LINKE sprachen mit uns und gaben auf unsere Frage, was sie in der kommenden Wahlperiode zu bessern gedenken, schriftlich Antwort. Die schwarz-grüne Regierungsmehrheit in Köln tat das leider nicht.