Geschichte

In Zusammenarbeit mit dem Institut für Deutschlandforschung der Ruhr-Universität Bochum hat der Leistungskurs Geschichte in der Q2 unter der Leitung des Lehrers Norbert Grümme Anfang April 2019 ein Zeitzeugengespräch mit Herrn Christoph Becke durchgeführt. Das Gespräch wurde von dem wissenschaftlichen Mitarbeiter des Instituts, Nico Lehmann moderiert. Seit mehreren Jahren helfen die ehemaligen Opfer und Gegner der SED-Diktatur, Zeitgeschichte lebendig zu erfahren und die Werte der Demokratie gerade heute zu schätzen.

„Der Eiserne Vorhang war überall“ - ein Zeitzeuge zur DDR-Geschichte berichtet

Der ehemalige DDR-Häftling Christoph Becke hat uns im Geschichtsleistungskurs von seiner versuchten Flucht in die Bundesrepublik Deutschland erzählt. Aus ideologischen Gründen wollte er nach seinem Studium der starken Repression im SED-Überwachungsstaat entfliehen und wurde dabei im Sommer 1978 an der ungarischen Grenze gestellt. Er wurde in die DDR zurückgebracht und infolgedessen litt er ein Jahr unter den Haftbedingungen und Foltermethoden des Ministeriums für Staatssicherheit (MfS oder „Stasi“ genannt). Herr Becke vermittelte durch detaillierte Beschreibungen wie dem „Gummiknüppel als sozialistischem Wegweiser“ etwa, wie die DDR ihrem Volk den "demokratischen Sozialismus" aufzwingen wollte und sich damit selbst schlussendlich in den Ruin getrieben hat. Erniedrigung und Isolationshaft haben ihn aber nicht vergessen lassen, dass in den Stasi-Gefängnissen dasselbe wie überall im Osten galt: "Wer ehrlich ist, sitzt am längsten." 1979 wurde er glücklicherweise von der Bundesrepublik Deutschland freigekauft und konnte sich im Westen ein neues Leben aufbauen.
Zum Abschluss des 90-minütigen Gesprächs richtete Herr Becke an uns Schülerinnen und Schüler mit besonderem Nachdruck den Appell:
„Schaut immer hin, was in anderen Ländern passiert, werdet nicht blind und lasst euch nicht manipulieren. Und - geht wählen! Nutzt euer Wahlrecht, damit so etwas nie wieder passiert.“

Carlotta Diederich, Q2